Zeitungsartikel

15. Juni 2009

sz120609Zum 80. Geburtstag von Anne Frank veröffentlichte die Saarbrücker Zeitung einen Artikel zur Ausstellung und zum Blog: Den gibts hier (pdf).

Galerie zum Malworkshop

15. Juni 2009

Zum Malworkshop ist noch eine Bildergalerie nachzuliefern.

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Führung durch das SS Sonderlager / KZ Hinzert

14. Juni 2009

„Der Generalstreik in Luxemburg vom August 1942 zeigte, dass Widerstand möglich war.” So analysiert der luxemburgische Politikwissenschaftler Michel Dormal die Reaktion in Luxemburg auf die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht durch die deutsche Besatzungsmacht. Gemeinsam mit Heike Mauer, ebenfalls Politikwissenschaftlerin, referierte er bei einer Führung durch das SS Sonderlager / KZ Hinzert bei Hermeskeil. Die Christliche Erwachsenenbildung e.V. und die Aktion 3.Welt Saar hatten dazu im Rahmen der Anne Frank Ausstellung eingeladen. In Hinzert wurde 1938 ein Lager zur Unterbringung von Arbeitern gebaut, die am Westwall arbeiteten. Nachdem die Nazis 1940 den europäischen Westen besetzt haben, wird der Westwallbau eingestellt. Seitdem diente das Lager als KZ-Hauptlager für politische Widerständler und politische Gefangene aus Luxemburg und Frankreich, die Zwangsarbeit leisten müssen. Zu Hinzert gehörten 29 Außenlager bis nach Homburg, Mainz und Wittlich, aber auch nahe Losheim. Ziel der Nazis war die Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge und letztlich die so genannte „Vernichtung durch Arbeit”.

p6060045 © Aktion 3.Welt SaarDas Lager war permanent überbelegt. Insgesamt waren in Hinzert 13.600 Männer aus 15 verschiedenen Ländern inhaftiert; durchschnittlich waren 800 Häftlinge im Lager bei 560 Schlafplätzen. Ständige Androhung von Schlägen, Laufschritt, Unterernährung bei harter Zwangsarbeit, im Winter stundenlang nackt im Hof stehen gehörten zum Lageralltag.

Ab Ende 1944 wurde Hinzert dem KZ Buchenwald unterstellt, Anfang März 1945 wurde es aufgelöst. Die französische Militärverwaltung schätzte die Gesamtzahl der Toten auf 1.000. Darunter fallen auch die zwei Erschießungen von luxemburgischen Gefangenen im September 1942 und im Februar 1944. An sie erinnern im Wald nahe des Lagers mehrere Gedenktafeln am Ort des Massengrabes.

In Hinzert wurden auch sowjetische Kriegsgefangene ermordet. Anders als in Luxemburg, wo die Nazis auch auf die Kollaboration setzen und bei aller Brutalität Ermordungen vor allem  exemplarisch zur Abschreckung einsetzten, wurde der Krieg im Osten von vornherein als ein „Vernichtungskampf zweier Systeme” geplant und gedacht. Ein Krieg, in dem es keinerlei Regeln und Rücksicht gab, sondern der als ein vermeintlicher Kampf um Leben und Tod zwischen den Deutschen und den „jüdischen Bolschewisten” geführt wurde. Der Antisemitismus fasst dabei KommunistInnen und Juden und Jüdinnen a priori als einheitlichen Feind, den es auszumerzen gelte. Rund 25 Millionen BürgerInnen der Sowjetunion kommen im Krieg ums Leben - 10% der Gesamtbevölkerung. Im Zuge des von Hitler ausgegebenen „Kommissarbefehls” wurden Offiziere der Roten Armee entweder direkt an der Front erschossen oder nach ihrer Aussortierung in den Kriegsgefangenenlager. So auch am 16.Oktober 1941, als 70 sowjetische Gefangene  durch eine Giftspritze vom Lager”arzt” Dr. Wolter ermordet werden. An sie erinnert im Wald nahe des Massengrabes der luxemburgischen Gefangenen ein Gedenkstein und eine kleine Gedenkstätte.

Die Führung durch das SS Sonderlager / KZ Hinzert machte deutlich, dass der NS-Vernichtungswahn auch in der näheren Umgebung stattfand. Die Tatsache, dass mitten durch das Lager die viel genutzte Verbindungsstraße zwischen Pölert und Reinsfeld führte und ein Teil der Gefangenen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Stätten der Zwangsarbeit (z.B. Romika) transportiert wurden, zeigt, dass das Grauen im Lager Hinzert in aller Öffentlichkeit statt fand.

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“Wenn Anne Frank noch leben würde, wäre dies alles anders gelaufen”

12. Juni 2009

4957e1558508d3d4d7713a3d9673f1c5Ein Interview mit Privatdozent Dr. Olaf Blaschke. Er ist Lehrstuhlvertreter für Neuere Geschichte an der Universität Trier, hat sich in der Lehre und in zahlreichen Publikationen mit der Judenfeindschaft und ihren Folgen beschäftigt, u.a. in dem Buch “Katholizismus und Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich”, 1997.

Die Fragen stellte Wolfgang Johann, Aktion 3. Welt Saar.

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Author: wolfgang Categories: Hintergrund Tags: , ,

Wort und Musik - Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank

10. Juni 2009

p6050014Am vergangenen Freitag stand eine weitere Lesung auf dem Begleitprogramm. Jutta Hans, Mitarbeiterin im SR und in ihrer Freizeit Sängerin und Sprecherin, las aus dem Tagebuch der Anne Frank. Sie wurde musikalisch begleitet von Klezmer-Improvisationen des Klarinettisten Helmut Eisel, der nicht nur im Saarland, sondern auch international als renommierter Klezmer-Musiker gilt. Veranstaltungsort war das europäische Zentrum für Meditation und Begegnung Neumühle in Mettlach- Tünsdorf. Als roten Faden wählte Frau Hans für die Lesung die Tagebucheintragungen für Peter, der mit im Hinterhaus versteckt war und in den sie sehr verliebt war. p6050010

Der Fokus auf diese Liebesgeschichte warf neue Gedanken auf, erschuf ein weiteres Bild zur Person Anne Frank. Es war sowohl erheiternd und amüsant, wie tiefsinnig. Der menschenverachtende Hintergrund der Naziunterdrückung und -verfolung lag dennoch wie ein schwerer Schatten auf allem, was aus dem Tagebuch gelesen wurde. Mit diesem Hintergrund berührte es natürlich um so mehr, wenn Anne Frank über das Glück schreibt. Dies zeugt, welch reife Persönlichkeit diese junge Frau war. Ein Vorbild für jeden Menschen, gleich welchen Alters. So schreibt sie:

Wir vermissen hier viel, sehr viel, und auch schon lange. Ich vermisse es auch, genau wie du. Du musst nicht denken, dass ich von äußerlichen Dingen spreche, damit sind wir hier hervorragend versorgt. Nein, ich meine die inneren Dinge. Ich sehne mich, genauso wie du, nach Freiheit und Luft, aber ich glaube, dass wir für diese Entbehrungen reichlich Entschädigung bekommen haben. Ich meine innere Entschädigung. Als ich heute Morgen vor dem Fenster saß und Gott und die Natur genau und gut betrachtete, war ich glücklich, nichts anderes als glücklich. Und, Peter, solange es dieses innere Glück gibt, das Glück über Natur, Gesundheit und noch sehr viel mehr, solange man das in sich trägt, wird man immer wieder glücklich werden. Reichtum, Ansehen, alles kann man verlieren, aber das Glück im eigenen Herzen kann nur verschleiert werden und wird dich, solange du lebst, immer wieder glücklich machen.

Die Zuhörer wurden reich an Eindrücken, Gedanken und Musik vom Feinsten beschenkt und waren tief bewegt. Helmut Eisel verstand es, die Worte von Anne Frank musikalisch zu beantworten, zu vertiefen, ihnen nach zu empfinden, nach zu hören und die nächsten Worte vorzubereiten. Während der Musik konnte man die Worte sacken lassen und sie so tiefer in sich aufnehmen. Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung.

Lesung aus dem Tagebuch von Johannes Hoffmann

7. Juni 2009

Bereits am Donnerstag fand eine Veranstaltung zu dem umstrittensten saarländischen Ministerpräsidenten und Nazigegner, Johannes Hoffmann (1890 - 1967), in Beckingen-Düppenweiler statt. Hoffmann hat in diesem Ort (Nahe der Bahnstrecke Trier-Saarbrücken) gewohnt. Aus seinem Tagebuch ( Am Rande des Hitlerkrieges, Merzig, Gollenstein Verlag)  las Gisela Stoll-Bell; die Einführung und Moderation übernahm Herbert Kammer, Studiendirektor a.D.  Zwei seiner Enkelkinder aus den USA wohnten der Lesung bei.

Hoffmann war katholischer Journalist, wurde aber 1934 als Chefredakteur der katholischen „Saarbrücker Landeszeitung” entlassen (heute würde man sagen raus gemobbt), weil er ein entschiedener Nazigegner war und die offizielle katholische Linie gegenüber den stärker werdenden Nazis nicht mitging. Nach seinem Exil (seit 1935) in Luxemburg, Frankreich und Brasilien wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg als Vorsitzender der CVP (Christlichen Volkspartei Saar) erster saarländischer Ministerpräsident, bildete die meiste Zeit zwischen 1946 und 1955 mit Sozialdemokraten von der SPS (Sozialdemokratische Partei Saar) unter der Führung von Richard Kirn eine Koalitionsregierung und strebte einen saarländisch-europäischen Sonderweg an, ohne schwarz-rot-gold. Er wurde massiv aus der nationalistischen Ecke attackiert - von der pro deutschen CDU und der pro deutschen SPD und der Deutschen Partei Saar („Liberale, Vorläufer der FDP im Saarland) und verlor letztlich die entscheidende Abstimmung 1955. Besonders tat sich dabei seitens der DPS Heinrich Schneider hervor, der eine lupenreine NS-Vergangenheit sein eigen nennen konnte und in der DPS viele alte Weg- und Volksgenossen traf. Der Katholik Hoffmann wurde auf’s übelste beschimpft, weil er emigriert war und sich den Nazis widersetzte.
Bis heute ist er innerhalb der CDU und innerhalb der SPD umstritten und teilweise mehr gelitten als akzeptiert. Dass der saarländische Schriftsteller Ludwig Harig, die Hoffmann Regierung - immerhin lange Jahre eine Koalitionsregierung mit Sozialdemokraten - allen Ernstes als “klero-faschistisch” titulierte und diese Aussage Jahrzehnte später in Interviews mit der Saarbrücker Zeitung und dem Saarländischen Rundfunk rechtfertigte, zeugt wenige Jahre nach dem militärisch erzwungenen Ende des Zivilisationsbruchs Auschwitz eindrucksvoll von der geistigen Reife und dem intellektuellen Tiefgang saarländischer Literatur. Immerhin durfte in seiner Regierungszeit niemand aus dem Saarland abgeschoben werden, der dort geboren wurde. Ein äußerst moderne Vorstellung eines Staatsbürgerrecht.

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Antisemitismus im Fußball

5. Juni 2009

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"Was für Hitler die Juden und Bin Laden die USA ist für uns Homburg und sein FCH": Neunkirchener Fans beim Viertelfinale des Saarlandpokals am 3.05.2006

„Antisemitismus im Fußball – Über das Schweigen von Fans und Funktionären“ ist das Thema eines Vortrags mit Diskussion: Sonntag, 14. Juni, 18 Uhr, Stadthalle Merzig. Referenten: Christoph Goergen und Christian Hirsch, “In den Lauf - Fußball, Fans, Kultur - Eine Gruppe der Aktion 3. Welt Saar”. Eine gemeinsame Veranstaltung der Christlichen Erwachsenenbildung e.V. und der Aktion 3.Welt Saar im Begleitprogramm der Ausstellung.

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"Essen Fan Jude ich hasse dich": MSV Duisburg - Rot Weiß Essen, 20.05.2007

„Wir bauen eine U-Bahn von … nach Auschwitz“. Dieser Slogan – der Ort in der Mitte wird dabei ausgetauscht – wird in Fußballstadien gesungen, auch im Saarland. Antisemitismus hat im Fußball seinen Platz, analog zu seiner Präsenz in der Gesellschaft. Der Begriff „Jude“ wird im Fußball durchgängig als Schimpfwort benutzt gegenüber gegnerischen Fans, gegnerischen Vereinen oder dem Schiedsrichter. Bei solchen Sprüchen fällt auf, dass Polizei und Vereinsordner daneben stehen, aber meist nicht eingreifen. Antisemitische Beschimpfungen haben in den oberen Ligen abgenommen, dafür aber in den unteren Ligen zugenommen. Neben der Medienpräsenz liegt dies auch an der Gegenbewegung einiger Fans. Als überzeugte und praktizierende Fußballfans richten sich die Referenten mit ihrem Vortrag an alle, die die oben beschriebenen Phänomene aus eigener Anschauung kennen, sich bisher aber nicht trauten, im Stadion aktiv dagegen vorzugehen oder sich allgemein für Fußball interessieren.

Author: Roland Categories: Begleitprogramm Tags: ,

Gästebuchimpressionen (2)

4. Juni 2009

Gästebuchimpressionen (1)

2. Juni 2009

Kitty : mein Tagebuch

2. Juni 2009

Das Tagebuch der Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich: Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Naziverbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin. Anne Frank schrieb : „Mit schreiben kann ich alles ausdrücken, meine Gedanken, meine Ideale und meine Phantasien.“

Zu diesem Thema hat die Kreativwerkstatt „kunst & werk“ von Sabine Brosius aus Mettlach zusammen mit der Künstlergruppe amisART aus Merzig einen Workshop als Begleitprogramm zur Anne Frank Ausstellung in der Stadthalle angeboten. Acht Jugendliche im Alter von 10 – 18 Jahren ließen ihrer Phantasie freien Lauf und aus Tagebuch-Rohlingen gestalteten sie ihr eigenes Tagebuch. Hier wurde Stoff besprüht, beklebt und bemalt und anschließend auf Karton gezogen.

Die Teilnehmerinnen hatten auch die Möglichkeit, das dazugehörige Geheimversteck aus einen Schuhkarton passend zum Tagebuch zu gestalten. Die spontane Lösung des Problems stieß auf große Begeisterung und wurde schnell von allen Teilnehmerinnen umgesetzt. Nach Abschluss des Workshops waren alle sehr stolz auf ihre Ergebnisse, wie man auf den Bildern sehen kann. Wie man hört, waren auch die Eltern begeistert. Alles in allem eine runde Sache.